Anna (35) lebt seit ihrer ersten Periode mit starken Schmerzen. Schmerzen, die immer wieder abgetan wurden als „normal“. Über zehn Jahre lang glaubte sie selbst, dass sie sich einfach durchbeißen müsse – nahm die Pille, funktionierte weiter und stellte ihre eigenen Grenzen hinten an.
Erst viel später bekam das, was sie all die Jahre gespürt hatte, einen Namen: Adenomyose und Endometriose. Während Endometriose oft erst über eine Bauchspiegelung entdeckt wird, war bei Anna die Adenomyose bereits im Ultraschall sichtbar – eine Form der Endometriose in der Muskelwand der Gebärmutter. Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Darmprobleme, Übelkeit, Nasenbluten: Ihr Körper sendete jahrelang deutliche Signale.
Im Rahmen der Kinderwunschbehandlung bestätigte sich die Endometriose – allerdings weniger Herde als erwartet. Umso ernüchternder bei den starken Schmerzen. Die größere Herausforderung blieb die Adenomyose, die die Einnistung erschwert und für die es nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten gibt. Die radikale Option einer Gebärmutterentfernung kam für Anna nicht infrage:
„Ich wollte an der Ursache arbeiten – nicht einen Teil von mir wegschneiden.“
Hinzu kamen zwei Fehlgeburten, eine bisher unentdeckte Gerinnungsstörung und eine dramatische Erfahrung während einer IVF-Behandlung: Anna entwickelte ein schweres Überstimulationssyndrom (OHSS Grad 4). 13 Liter Flüssigkeit im Körper, Wasser in der Lunge, Atemnot, Organversagen, Todesangst. Die IVF musste abgebrochen werden – es kam nie zum Transfer.
Doch diese Folge ist nicht nur eine Geschichte von medizinischen Traumata. Sie ist auch eine Geschichte von Wandlung, Selbstfürsorge und neuen Wegen. Anna erzählt, wie ihr eine Doula half, ihre Fehlgeburten zu verarbeiten, warum der Satz „Du bist Mama – auch nach einer Fehlgeburt“ für sie heilsam war und wie sie gelernt hat, sich selbst wieder als ganzen Menschen zu sehen – nicht nur als Frau mit Kinderwunsch.
Heute erlaubt sich Anna wieder Träume. Einen davon lebt sie bereits: Sie wurde zum Hebammenstudium zugelassen – ein lang gehegter Wunsch.
Diese Folge macht Mut, dem eigenen Körper zuzuhören, sich Hilfe zu holen und das eigene Leben nicht auf „später“ zu verschieben.
✨ Denn wir sind mehr als unser Kinderwunsch!